von Daniel Grütter
Letzte Aktualisierung:
25.04.2010

Ehemaliges Wasserschloss, durch die Herren von Eptingen im 13.Jh. erbaut. Während des grossen Erdbebens von Basel 1356 wird auch die Burg Pratteln beschädigt.
Die Herren von Eptingen waren treue Anhänger der Habsburger, von welchen sie das Dorf Pratteln zu Lehen hatten. 1384 mussten die Eptinger für ihre Treue zu Österreich büssen, als die Stadt Basel während einer Fehde die Burg und das Dorf zerstörte.
Nachdem das Schloss wieder aufgebaut war, gingen seine Besitzer daran, sich durch den Erwerb verschiedener Rechte eine Herrschaft zu errichten. Einen Teil ihrer Pfandschaft gaben die Eptinger an den Basler Konrad Sintz zem Angen als Pfand, der seinen Besitz um Pratteln erweitern wollte und dadurch in lange Prozesse verwickelt wurde. Dafür wandte er sein ganzes Vermögen auf und verkam so zum Wegelagerer. Er verstarb 1439 völlig verarmt in einem basler Kerker. Seine Witwe verschenkte den Rest des einstigen Besitzes dem Steinenkloster, in dem sie ihren Lebensabend verbrachte. 1464 gelangte der ganze Pratteler Besitz an Hans Bernhard von Eptingen. 1460 zog Hans Bernhard mit Herzog Otto von Bayern ins Heilige Land und wurde dort zum Ritter des Heiligen Grabes geschlagen.
1468 eilten die Eidgenossen der Stadt Mülhausen (Elsass) gegen den österreichischen Adel zu Hilfe. Die Solothurner, seit 1353 Zugewandter Ort, besetzten dabei unzählige Burgen österreichischer Lehensträger, darunter auch Pratteln. Die Eidgenossen plünderten und zerstörten Teile von Pratteln derart, dass sich die Eptinger finanziell nicht wieder davon erholten. Als Hans Bernhard 1484 verstarb, hinterliess er eine völlig verschuldete Herrschaft. Seine Nachkommen waren 1525 gezwungen, Pratteln an Basel zu veräussern.
Die Burg wurde an basler Bürger verkauft und 1773 durch die Gemeinde Pratteln erworben. Diese liess die Wassergräben zuschütten und die Ringmauer, Ecktürme und Erker abreissen. 1964 erfuhr die Burg eine umfassende Restauration, wobei auch die 1773 entfernten Gebäudeteile wieder errichtet wurden.
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