Burgen der Schweiz

von Daniel Grütter
Letzte Aktualisierung: 17.07.2010

Strassberg, Ruine

Strassberg, Ruine im Kanton Graubünden, Foto 2010 D.G.

Über die Entstehung der Burg gibt es keine gesicherten Unterlagen. Die ältesten Bauteile stammen wohl aus der Zeit um 1200. Der Bau und der Umbau des Turmes erfolgte im 13. Jahrhundert. Die Burg Strassberg war der Sitz der Herren von Strassberg, die 1253 mit Otto erstmals bezeugt sind.

1275 gehörte die Burg den Freiherren von Vaz, denn Walter V. von Vaz nahm sie von den Besitzungen aus, die er für den Fall erbenlosen Todes ans Hochstift Churwalden übertrug. Er hatte die Burg seiner Gemahlin Liutgard von Kirchberg als Morgengabe geschenkt. Wann und wie die Feste in die Hände der Vazer gelangt ist, bleibt ungewiss. Denkbar ist, dass die Burg ursprünglich Zentrum einer kleinen selbständigen Herrschaft war und erst nachträglich vazisch wurde. Sie kann aber auch von den Vazern errichtet und später einem Ministerialengeschlecht übertragen worden sein, dass sich nach der Festung Strassberg nannte. 1295 traten die Herren von Strassberg jedenfalls als vazische Ministeriale auf. Wegen der Lage an den Passrouten und wegen des nahen Klosters Churwalden, wo die Vazer ihre Grabgelege hatten, spielte Strassberg für sie eine wichtige Rolle.
Wie lange die Herren von Strassberg auf der Burg sassen, ist ungewiss. Nach dem Aussterben der Vazer gegen 1339 gelangte die Burg durch Erbschaft über Kunigunde von Vaz an ihren Gemahl Friedrich V. von Toggenburg. Unterhalb der Burg lag eine Zollstation, die wohl die Toggenburger errichtet hatten und sich gegen den Willen des Churer Bischofs von Kaiser Karl IV. am 30. April 1348 übertragen liessen. Doch noch im gleichen Jahr erfolgte der Widerruf.

Nach dem Tod des letzten Toggenburgers im Jahr 1436 gelangte Strassberg an Graf Wilhelm IV. von Montfort-Tettnang. Wie schon die Toggenburger liessen auch die Montfort die Burg durch Vögte aus der bäuerlichen Oberschicht der Umgebung verwalten. Nach dem Montforter Freiheitsbrief für das Gericht Churwalden von 1441 musste Strassberg dem Land öffnen und gewertig sein, ebenso nach dem Freiheitsbrief des Gaudenz von Matsch von 1471. Zudem durfte das Schloss nur mit Willen und Rat des Landes besetzt und bevogtet werden. Nach einem Einkunftsverzeichnis von 1451 zinste der buw ze Strassberg (Burg und Güter) 30 Scheffel Korn.

Später kam die Burg aus Geldnot an das Haus Österreich, bis es 1471 von Herzog Sigismund an den Vogt Ulrich von Matsch verkauft wurde. Bereits sechs Jahre später kaufte er es von ihm zurück. 1491 war das Schloss Strassberg etwas baufällig und sollte durch den Vogt wieder instand gestellt werden. Der letzte österreichische Vogt sass während des Schwabenkriegs auf Strassberg. Weil die Bündner einen österreichischen militärischen Stützpunkt auf ihrem Gebiet verhindern wollten, wurde die Festung am 5. März 1499 von ihnen gestürmt und ausgebrannt.

Im 16. Jahrhundert war die Burg bereits eine Ruine, deren Zerfall durch Ausbeutung als Steinbruch beschleunigt wurde. Die Burgruine wurde umfassend renoviert. Auf den Fotos sieht man das Ende der Renovierungsarbeiten anfangs Juli 2010.

Geschichte/Text Quelle:
- www.wickipedia.org
 

  • Kanton:
  • Graubünden
  • Kantonkürzel:
  • GR
  • PLZ/Ort:
  • 7074 Malix
  • Koordinaten CH1903:
  • 759 910/186 040
  • WGS84:
  • N 46° 48' 23''
    E9° 32' 2
  • INFO:

 

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