von Daniel Grütter
Letzte Aktualisierung:
22.09.2010

Funde aus der Zeit der Kelten, der Römer und der Alemannen weisen auf eine frühe Besiedlung der Gegend hin. Die erste Erwähnung des Ortsnamens findet sich in einer Schenkungsurkunde des Grafen Gozbrecht, Abt des Klosters Rheinau. Am 18. Juni 892 vermacht er «was immer ich in Owa besitze» seinem Kloster (Owa = Aue).
Die linksrheinische Ortsbezeichnung Seglingen leitet sich vom alemannischen Namen «Segilo» ab, die Sippe hiess die «Segelinge». Aus «ze Segelinges Owe» entstand der heutige Ortsname Eglisau.
Die Gründung von Eglisau ist zweifellos auf die verkehrstechnisch günstige Lage am Rhein zurückzuführen. 1249 wird erstmals eine Brücke urkundlich erwähnt. Kurz zuvor begannen wohl die Arbeiten am Bau der Stadt. 1254 war sie befestigt und mit Toren versehen. Die Gründer unserer Stadt entstammen dem Geschlecht der Freiherren von Tengen aus dem Hegau, die in Eglisau während mehr als zweihundert Jahre herrschten.
Am 5. Mai 1463 verkauft Markwart von Baldegg Schloss, Stadt und Herrschaft Eglisau für 12'000 Gulden an die Stadt Zürich. Es war offenbar ein Scheinvertrag, denn die Stadt Zürich verkaufte das Ganze am selben Tag dem steirischen Freiherrn Bernhard Gradner, der bei den Eidgenossen Asyl gefunden hatte, für 12'500 Gulden. Verewigt bleiben Bernard Gradner und seine Frau Veronika von Starkenberg in Eglisau durch die Wandmalerein und dem steinernen Grabmahl im Chor der Kirche. Nach Gradners Tod verkauften die Erben die Herrschaft für 10'500 Gulden wieder an die Stadt Zürich.
Von 1497 bis 1798 residierten 57 zürcherische Landvögte im Schloss in Eglisau. Zur Landvogtei gehörten auch Glattfelden und die vier Dörfer im Rafzerfeld. Der aus der Novelle «Der Landvogt von Greifensee» von Gottfried Keller bekannte Salomon Landolt war der letzte Vogt vor dem Sturz der aristokratischen Stadtherrschaft. Als strenger aber auch humorvoller und wohlgelittener Regent wirkte er von 1795-1798 in Eglisau.
Schwere Zeiten hatten die Eglisauer während der helvetischen Republik zu erdulden. Ab Oktober 1798 war Eglisau wechselseitig durch französische, österreichische und russische Truppen belegt. Um den Rheinübergang wurde gekämpft, die Brücke zweimal zerstört, ein halbes Jahr blieb Eglisau zweigeteilt. Am 1. Mai 1800 zogen die Österreicher ab, Ende des Jahres verliessen auch die Franzosen das Land.
Die Bevölkerung von Eglisau und dem Rafzerfeld litt sehr unter der ständigen Einquartierung und den erzwungenen Lieferungen von Lebensmitteln, Fourage und Holz.
Äussere Zeichen der politischen Umwälzungen war der Abbruch des Schlosses (1811 das Langhaus am Rhein, 1841 der Turm). Andere Wahrzeichen des Städtchens mussten den Zeitumständen weichen, so das Obertor 1856 und das Rathaus 1876.
Geschichte/Text Quelle:
www.eglisau.ch offizielle Webseite der Gemeinde Eglisau
(Textauszug aus der Geschichte).
Stich Quelle:
Topographia Helvetiae, Rhaetiae, et Valesiae, von Matthaeum Merian, 1642.
Alle Angaben ohne Gewähr