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Die Burg wurde Ende 12. Jahrhunderts, Anfang13. Jahrhundert durch habsburgische Dienstadelige erbaut. 1243 wird ein „de Schenkenberc“ erstmals urkundlich erwähnt. 1282 benennt sich Albrecht, ein ausserehelicher Sohn des Grafen Rudolf von Habsburg, nach der Burg.
Nach Albrechts Tod im Jahr 1304 ging die Burg an die Schenken von Schenkenberg über. Nach den Schenken gab es mehrere Besitzerwechsel:
- vor 1373: Rudolf von Schönau
- 1384: Rudolf, der gleichnamige Sohn Rudolfs von Habsburg
- 1385: dessen Schwester, Elsbeth von Eptingen
1386 waren Herrschaft und Burg wieder in den Händen von Habsburg-Österreich, welche das Lehen 1387 an ihren Gefolgsmann Peter von Torberg weiter gaben.
Nach den „von Torberg“ kam die Burg in den Besitz der Margarita von Friedingen. Margarita verkaufte 1431 die Burg samt Herrschaft an Thüring von Aarburg. Dieser hatte, wie bereits Margarita vor ihm, Probleme mit den Bewohnern des Amtes Bözberg, welche sich auf ihre Freiheitsrechte beriefen.
1451 kauften die Herren von Baldegg Burg und Herrschaft Schenkenberg auf. Die Baldegger waren treue Gefolgsleute von Habsburg-Österreich. Markwart von Baldegg war ein vermögender und moderner Staatsmann, welcher versuchte, seine Herrschaftsgebiete souverän zu führen und unabhängig zu bleiben.
1460 zogen die Berner aus, um den Thurgau zu erobern. Dabei nutzten sie die Gelegenheit, die Burg Schenkenberg zu besetzen. Markwart von Baldegg kämpfte jahrzehntelang um die Rückgabe von Burg und Herrschaft Schenkenberg. Auch dem Sohn Markwarts, Johann von Baldegg, gelang es nicht, den Besitz zurückzuerhalten.
Während des Schwabenkrieges 1499 gelangte Johann in eidgenössische Kriegsgefangenschaft. Als Bedingung für seine Freilassung musste er auf Herrschaft, Burg und sämtliche Rechte an Schenkenberg verzichten. Er kämpfte bis zu seinem Tode 1507 weiterhin für seine Rechte. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg.
Die Burg war von 1460 bis 1718 bernischer Landvogteisitz. Wegen des schlechten Zustandes der Burg wurde der Landvogteisitz auf die nahe Burg Wildenstein verlegt. Schenkenberg wurde dem Verfall preisgegeben. Die wertvollen Gewähdesteine und Eckquader wurden von der Bevölkerung der Umgebung ausgebrochen und als Baumaterial für deren Häuser verwendet.
Ab 1803 gehörte die Ruine Schenkenberg dem Kanton Aargau. Der Kanton verkaufte die Ruine 1837 an Maximilian Josef von Schenkenberg (auf Niederfels bei Traunstein, Bayern). Da nach dessen Tod 1917 weder Nachkommen noch Erben bekannt waren, wurde die Ruine als herrenloses Objekt versteigert. Die Burgruine Schenkenberg wurde für den symbolischen Betrag von SFr 50.- an den aargauischen Heimatschutz verkauft. Die Burg befindet sich auch heute noch in dessen Besitz. Im Jahr 2003 wurde die Burgruine umfassend saniert und archäologisch untersucht.
Mittelalter. Moyen Age . Meioevo . Temp medieval
Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins
9. Jahrgang 2004/4, Dezember 2004
Christoph Reding: Die Burgruine Schenkenberg bei Thalheim
Seite 85 bis 105