Ruine Neuburg   GR / 7204 Untervaz   

Geschichte

Die Neuburg wurde vermutlich um 1300 durch die Familie Tumb erbaut. Deren Stammsitz war die gleichnamige Feste Neuburg bei Götzis im Vorarlberg. Wann die Tumbs erstmals in der Region von Chur erschienen sind, ist unsicher. Wahrscheinlich liessen sie sich im frühen 13.Jh. in Untervaz nieder und errichteten dort die Burg Rappenstein. Urkundlich wird die Burg 1345 erstmals erwähnt. Dabei ging es um einen Vertrag zwischen den beiden Brüdern Tumb, Siegfried und Johann, und dem Bischof von Chur. Siegfried und Johann traten für drei Jahre in die Dienste des Bischofs und mussten ihm die Burg offen halten. 1360 ging die Burg pfandweise an die Gebrüder Buwix über, die mit Österreich einen Dienstvertrag abgeschlossen hatten. 1385 war die Familie Tumb wieder im Besitz der Feste. 1396 lagen die Tumbs mit den Rhäzünser in Fehde, weshalb sie Vieh von einer derer Weiden stahlen und auf die Neuburg brachten. Anschliessend sollen die Rhäzünser die Festung Neuburg belagert haben, was aber nicht sicher ist. Um 1400 trat Johann von Neuburg in die Lehnshoheit des Bischofs ein, was ihn politisch vom Bischofssitz Chur abhängig machte. 1450 gelangte die Herrschaft an die ravensburger Kaufmannsfamilie Mötteli von Rappenstein, in deren Besitz sich auch die Burg Rappenstein befand. 1496 verkaufte Rudolf Mötteli die Burg an den Bischof von Chur, in dessen Besitz sie bis 1577 blieb. Die Gemeinde Untervaz erwarb dann die Burg für 6000 Gulden und überliess die Anlage dem Verfall.