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Aus dem Fronhof des hier seit dem 9.Jh. bestehenden Klosters Reichenau entwickelte sich das Städtchen Steckborn. Es wurde durch die Herren von Steckborn, welche 1221 quellenmässig erstmals fassbar wurden, verwaltet. Ihre Burg befand sich etwas ausserhalb der Stadt, die Reste wurden 1930 entdeckt. 1313 erhielt die Siedlung Steckborn von Kaiser Heinrich VII die Erlaubnis, jeden Donnerstag einen Wochenmarkt durchzuführen. Dies geschah auf Ersuchen des Abts Diethelm von Castell. Er liess anfangs des 14.Jh. den heute noch sichtbaren Turm innerhalb der Stadtmauern errichten, diesen jedoch durch eine "Immunitätsmauer" von der Stadt trennen. Der Turmhof unterstand einer eigenen Gerichtsbarkeit und hatte auch das Asylrecht. Dieses gestattete jedem Verfolgten oder Verbrecher, der das Tor durchschritt, sich für sechs Wochen und drei Tage im Schutz des Turmhofes aufzuhalten. Nachdem im 16.Jh. die Reformation das Städtchen von der Herrschaft der Äbte befreite, gab es einen regen Wechsel der Besitzer. 1521 unterstand der Turm für kurze Zeit der Hoheit der sieben eidgenössischen Orte. Nach langen und zähen Verhandlungen mit der Abtei Reichenau, welche immer noch Anspruch auf die Liegenschaft erhob, verkaufte der Besitzer den Turm 1642 an die Stadt. Ulrich Deucher Bedingung für einen Verkauf war, dass die Stadt den Turm niemals weiterverkaufen werde. Die Stadt richtete mehrere Wohnungen ein und schenkte die Liegenschaft 1902 der evangelischen Kirchgemeinde, in deren Besitz der Turm auch heute noch ist.
Sichtbar ist der um 1320 erbaute Turm mit Treppenturm (anfang17.Jh.) und Anbauten aus dem 17.Jh.