Schloss Wartensee   SG / 9404 Rorschacherberg / Tagungs- und Begegnungszentrum

Geschichte

Der heute noch erhaltene Wohnturm wurde 1243, vermutlich durch Ritter Heinrich von Wartensee, erbaut. Urkundlich ist Heinrich 1264 erstmals erwähnt. Mit Konrad von Wartensee starb das Geschlecht 1372 im Mannesstamm aus. Durch die Ehe Walther Blarers mit Klara von Wartensee gelangte die Burg 1377 in den Besitz der Familie Blarer. Die Schlossgüter blieben bis 1791 in deren Händen. 1405 erwarben die Blarer von Wartensee das Landrecht der Appenzeller und blieben so während der Appenzellerkriege unbehelligt. Diethelm und Wilhelm (beides Söhne von Wilhelm Blarer von Wartensee) erbten 1423 und 1440 den Nachlass ihrer Verwandten, wodurch sie zu einem der reichsten Geschlechter der Gegend wurden. Die Burg blieb weiterhin im Besitz der Familie Blarer von Wartensee, zu deren berühmtesten Mitgliedern Diethelm (1530-1564 Fürstabt von St.Gallen), Ludwig (1526-1544 Abt von Einsiedeln), Ital Hans (1550-1584 Statthalter von Rorschach) und andere gehören. Nachdem Jakob Christoph Blarer von Wartensee zum Fürstbischof von Basel ernannt wurde, übersiedelte auch sein Bruder Wolf Dietrich mit seiner Familie in die Region von Basel und begründete dort den Familienzweig der Blarer von Wartensee zu Aesch. Nachkommen des basler Zweiges der Blarer von Wartensee leben noch heute. 1843 erwarb der englische Komponist Baron Robert Lucas Pearsall de Willsbridge die Burg Wartensee. 1850 liess er die Anlage umbauen und verlieh ihr die neugotische Prägung. Zu diesem Zeitpunkt entstanden auch das heutige Tor, die Ringmauer mit Zinnen, Stallungen, die Gestaltung der Fassaden und die Parkanlage. Nach seinem Tod 1856 wurde er in der Kapelle begraben, 1957 jedoch exhumiert und bei der Kapelle Wilen-Wartegg wieder beigesetzt. Sein Sohn, Robert Lucas, nahm auf der Burg Wohnsitz. Mit ihm starb das Geschlecht der Pearsall of Willsbridge 1865 aus.

Beschreibung

Wohnturm (1243), ausserhalb der Anlage liegender Wohnturm West (13/14.Jh.), Wohnturm Ost (1394), Palas (1451), Schildmauer (14.Jh.) als Aussenmauer des neu erstellten Mitteltrakts sichtbar, altes Tor (heute zugemauert, aber noch gut erkennbar in der Aussenmauer neben dem neuen Tor). Bauten von Pearsall 1850: "Wehr"- und Toranlage, Ringmauer und Rundtürme, Stallungen und die Parkanlagen. Mitteltrakt von 1994/96.